Happypapierkorb’s Weblog

November 30, 2007

Wochenausklang #4

Gespeichert unter: Wochenausklang — happypapierkorb @ 5:25
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Mittlerweile sind wir schon beim 4ten Wochenausklang, man könnte ja schon fast sagen, Jubiläum der WA ist einen Monat alt. Das verdankt er aber nur euch. Den Ihr seid es welche den Wochenausklang am Leben haltet, würde Ihn keiner Lesen würde Ihn keiner schreiben.

Also danke an dieser Stelle für die 200 Fleißigen Leser des WA. *Statistik vom 1.11-30.11

Gleich mal vorweg, der dieswöchige WA ist ein wenig länger und auch Sozialkritischer. Ein bekannter von mir hat mir diese woche den Ratschlag gegeben “Man muss Anecken um Aufzufallen”

So nun mal zum Content.

Virtual Reality ist ja so eine sache für sich. normalerweise findet das Virtuelle also das gespielte in einer von der Realität getrennten Realität statt. Leider kann man es auch übertreiben mit Extendet virtual Reality.

Was ist das?

Gehen wir mal von einem Einfachen Beispiel aus, so ziemlich jeder sollte die Serie GZSZ kennen. Diese Sache mit der Extended Reality, RTL hat zu Alles was zählt und zu Gute Zeiten, Schlechte Zeiten Blogs aufgemacht, die zusätzliche Geschichten innerhalb des jeweiligen Serienuniversums erzählen, ja fast schon in ein Alternate Reality Game münden. Das ging aber, soweit man das bisher beurteilen kann, ziemlich nach hinten los.

Anders machen es unsere Freunde aus den USA da gehört es mittlerweile schon zum guten Ton Fiktive geschichten in die Wirklichkeit zu hohlen. Beispielsweise LOST da gibt es die Hanso Foundation und diese Fluggesellschaft welche natürlich fiktiv erfunden sind aber in der Realität seriöse Homepages haben. Warum ?? Naja keine Ahnung.

Aber bleiben wir mal bei dieser Extendet Reality selbst in PC spielen kommt sowas mittlerweile zum einsatz, ein gutes Beispiel bietet das spiel Portal. In Portal ist man eine Testperson von Aperture Science einem fiktiven forschungslabor. Sucht man mal im Internet findet man eine Reale Homepage von Aperture Science. Ich denke neben ein wenig Spaß bietet so eine Site eigentlich nichts besonders.

Schweizer und Schwarze Schafe,

vorbei die Zeiten des Rassismus dachte ich, leider wurde ich auf ein neues enttäuscht. Wie ich im Internet lesen musste, startete die Sonst so zurückhaltende Schweiz eine Anti Afrikaner Flüchtlingsinitiative.

Worum geht es dabei ?

Die Absicht der TV-Spots, die sich gegen illegale Einwanderung wenden und zu Prime-Time-Sendezeiten in Nigeria und Kamerun ausgestrahlt werden, ist unmissverständlich: Abschreckung. Zentrales Motiv in den Spots: Lügen und falsche Darstellung der europäischen Wirklichkeit. Der Sohn der den Vater zuhause in Afrika anruft, steht im Regen, er lügt den Alten an, erzählt ihm, dass er bei Freunden wohnt und studiert.

In Wirklichkeit lebt er in einem Asylantenheim, bettelt auf der Straße und wird später von der Polizei gejagt und verhaftet: “Flüchten heißt nicht, dass man ein besseres Leben anfängt” und “Glaubt nicht, was ihr hört” – damit endet der Spot, der in der Halbzeitpause eines Fußballmatches zwischen der Schweiz und Nigeria im staatlichen Fernsehprogramm des afrikanischen Landes lief.

Das man sowas absolut nicht gutheißen kann ist klar, es ist einfach falsch den Menschen in Afrika eine Solche warheit vorzuspielen. Auf der anderen seite ist in meinen Augen ein schritt in die Richtige Richtung getan, man muss die Menschen in Afrika aufklären das dass Leben als Flüchtling in Europa auch nicht gerade das beste ist. Aber ich denke dafür gibts durchaus bessere und Wahrheitsgemäßere Mittel. In meinen Augen ist so etwas sehr sehr Menschenverachtent und man schämt sich Europäer zu sein.

Nun zum letzten Teil des WA

Die Rückkehr des schwarz-weißen Elends
Sieht schlimm aus, ist unpraktischer als ein normaler Schal, erlebt aber trotzdem gerade eine Renaissance: das Palituch
Nachdem das Palituch, von manchen Leuten auch “Arafatwindel” geheißen, nun seinen Stammplatzbei Neonazis gefunden hat aber durch entsprechende Aufklärungskampagne bei der Linken nicht mehr so fraglos in war, wirken die deutschen Fußgängerzonen und Schulhöfe aktuell, als seien sie von palästinensischen Freischärlern besetzt worden. Die Frage ist: warum?

Es gab eine Zeit, da kennzeichnete einen das Tragen der “Kufiya” in Deutschland als Linken. Wer so was um den Hals hatte, war in aller Regel auch gegen Atomkraft, mochte Kohl nicht und hörte Cochise oder Ton, Steine, Scherben. Es dauerte ziemlich lange, bis der Linken schwante, dass es sich bei der palästinensischen Sache im Allgemeinen und bei der Kufiya im Besonderen um recht problematische Erbstücke der Vorgängergeneration handeln könnte, und dass es eventuell gerade in Deutschland nicht besonders cool ist, das schwarz-weiße Elend am Hals zu tragen.

Aber das galt nie für die ganze Linke, wie die Nibelungentreue der antiimperialistischen Fraktion zur Sache der Palästinenser immer bewies, und selbst wenn es für die ganze Linke gegolten hätte, hätte es an der aktuellen Modewelle außerhalb der politischen Szenen nichts geändert. Der Textilfachhandel, immer dankbar für den schnellen Euro, den er mit ahnungslosen Kindern machen kann, sah einen Accessoire-Trend und setzt ihn nun mit der üblichen kapitalistischen Gnadenlosigkeit durch, die zur Gnadenlosigkeit der Kalaschniboys in Palästina eigenartig gut passt

Es entbehrt nicht einer grausigen Ironie, dass zu einem Zeitpunkt, da sich der palästinensische Selbst und Fremdvernichtungswahn besonders sinnfrei austobt, das Bekenntnistextil für diesen Wahn ganz neue Fans in Deutschland gewinnt. So dass nun also massenhaft Zwölfjährige mit einer Klamotte herumrennen, die sie wie mutierte Truthähne aussehen lässt, oder, im Zustand der Vollumwicklung, wie Schleudertrauma-Betroffene mit seltsamer Halsmanschette.

Das Palituch könnte in dieser Hinsicht das gefährlichste der drei Beispielsymbole sein. Es müsste für eine giftig ideologische Aktualisierung gar nicht “umgedeutet” oder “missbraucht” werden, denn es hat spätestens seit den 1930ern den militanten Judenhass gemeint. Daher ist es witzig, wenn Linke den angeblichen Missbrauch des Palituchs durch Rechte beklagen, denn Nazis tragen es seiner historisch ungebrochenen Bestimmung nach – es ist bei ihnen gut und gern zu Hause. Wenn allerdings dieses Verständnis des schwarz-weißen Elends bei all den Zwölfjährigen ankäme, die es jetzt noch bloß tragen, weil der Kevin aus der 7b auch eins hat, dann wäre das nicht mehr komisch.

Ich hoffe ich konnte euch der Geistigen verdummung auch diese Woche wieder entreißen.

 

 

1 Kommentar »

  1. [...] Wer immer noch nicht weiß was er da um den Hals trägt, dem sei wärmstens der Untere Abschnitt dieses Beitrags ans Herz gelegt. Klick [...]

    Pingback von Pali Tücher « Happypapierkorb’s Weblog — Dezember 27, 2007 @ 4:13


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