Zivi ? Neun Monate die das Leiden Christi wie ein Wellness Weekend aussehen liesen.
Insofern jemand den kranken Gedanken verfolgen sollte, sich auf die in der heutigen Ausgabe der Zeitung ausgeschriebene Stelle als Zivildienstleistender zu bewerben, dem seien nun folgende Dinge gesagt.
Zum einen ist die Stellenbeschreibung eine gigantische Lüge.
Wer mit so tollen Stellenbezeichnungen wie Facility Management oder Furhpark Management wirbt, führt meist nichts Gutes im Schilde.
Im Wesentlichen beschreibt der Begriff Facility Management nichts Geringeres als eine Hausmeister Tätigkeit. Somit gehören Aufgaben wie Laubblasen, Schneeschippen, oder Rasenmähen zu den Kernkompetenzen eines Facility Managers.
Auch nicht zu unterschätzen sind die enormen Anforderungen an einen Manager im Fuhrpark. Dieser hat in enormer Eigenverantwortung die Aufgabe Menschen welche ohnehin schon dem Tod geweiht sind zu den Entsprechenden Einrichtungen zu fahren.
Ein weiterer Punkt in der Stellenanzeige ist die Teamfähigkeit. So etwas gibt es für euch als Zivis nicht. Die einzige zu erkennende Parallele die euch an Teamfähigkeit erinnert, ist lediglich wenn das Team sagt, was Ihr machen sollt.
Dieser Umstand ist auch eine gute Überleitung zu einem anderen Beworbenen Punkt, die Bereitschaft zur Aktiven Mitarbeit.
Wie Ihr das nun zu deuten habt könnt Ihr euch nun denken.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Psychische Belastbarkeit. Als Zivis seid Ihr das Ziel von alten Menschen. In der Regel haben diese Alten Rochen ein Minderwertigkeitsgefühl aufgrund der Tatsache, dass wohl niemand richtig zu würdigen weiß das sie 70 Jahre alt geworden sind ohne zu sterben. Ihr werdet euch dann Sprüche anhören müssen wie „So du machst also Zivi, aber sei dir sicher wenn der Krieg ausbricht wirst auch du Kämpfen, nur bekommst du keine Waffe“ abgerundet wird diese Aussage noch von einem Asthma geplagten Lachen und Husten.
Der nächste Punkt ist das vielseitige Aufgabengebiet. Naja Kaffee und Tee Kochen ist schon an Facettenreichtum kaum zu übertreffen.
Nun mein aber zu meinem Lieblingspunkt. Den externen Seminaren. Unter externen Seminaren versteht das Bundesamt für Zivildienst eine Gleichsetzung mit den Soldaten welche auf verschiedene Manöver reisen.
In eurem Fall hat das das externe Seminar einen Manövercharakter in Form, dass Ihr etwa 250km in ein entlegenes Bergdorf reisen müsst. Dort erwartet euch eine Gemeinde mit weniger als 50 Einwohnern. Internet oder Fernsehen könnt Ihr ganz vergessen. Der nächste Supermarkt oder Fresstempel ist ca. 30 Minuten mit dem Auto entfernt. Auf Schlimme oder schwerwiegende Verletzungen solltet Ihr aufgrund eures Standortes auch verzichten. Ihr könnt sicher sein, der Arzt wird es nicht rechtzeitig schaffen am Arsch der Welt zu sein.
Ein weiterer Lustiger Aspekt ist das Bemühen der Lehrkräfte dort euch für die Mission des Zivildienstes zu sensibilisieren. Dies geschieht durch geschicktes und heimtückisches Psychisches vorgehen. Anfangs bekommt Ihr auf diesen Seminaren nur Wasser mit Zucker zu trinken. Und zu Essen gibt es meistens das Frühstück vom Vortag, jedoch nur in einer anderen Form. In so einer Lage habt ihr dann nur 2 Möglichkeiten entweder Ihr beugt euch, und spielt mit und verschwendet einige Gehirnzellen um euch zu merken was diese Psychopaten euch erzählen. Oder Ihr macht es wie Ich und hängt schon nach dem 2ten Tag auf Schüssel und findet euch in eurer eigenen Kotze wieder. Angesichts des Lehrinhaltes bietet sich diese Strategie durchaus an. Ich habe keine Ahnung mehr was ich in den damaligen 2 Wochen alles gelernt habe.
Solltet Ihr es geschafft haben und die externe Weiterbildung überlebt haben, folgt eine Interne Weiterbildung. In meinem Falle war das etwas so hochwichtiges wie das korrekte Abstellen von Krankenbetten im Krankenhaus.
Natürlich müsst Ihr auch von etwas Leben. Hier kommt der Punkt des Soldes ins Spiel. Erwartet nicht zu viel. Jeder ALG II bzw. Hartv IV Bezieher bekommt mehr als Ihr.
Das Geld welches Ihr bekommt reicht gerade mal um euch jeden Abend ca. 7 Bier in den Kopf zu kippen um den scheiß Tag zu vergessen, und Ihr könnt hoffen das ihr am nächsten Morgen noch etwas Restalkohol habt, damit ihr euch den Tag schön Halluzinieren könnt.
Nun zum Letzen Punkt. Es wird mit einem Angenehmen Betriebsklima geworben. Leider war das bei mir damals nicht der Fall. Unter einer Drakonischen Herrschaft leidend wurde ich erniedrigt und gezwungen furchtbare Dinge zu tun. Nur mit Abscheu denke ich an diese Zeiten zurück. Eigentlich bin ich ja tolerant was einen strammen Führungsstil betrifft. Jedoch traf diese damalige Willkürherrschaft auf Unverständnis meinerseits. Da die mir damals aufgesetzte Leitung geistig offenbar nicht zu produktiver Arbeit für unsere freiheitliche Grundordnung in der Lage war, hätte ich selbige am liebsten zum Straßenbau schicken wollen.. Da wäre sie vielleicht auch nicht produktiv, aber sie richtet sicher weniger Schaden an, und nervt mich nicht mit ihrer Intriganten Art.
Ich hoffe Ihr überlegt es euch anhand dieser Umstände noch einmal ob Ihr Zivi oder FSJ machen wollt

