Mein Leben bis Heute
Biografie
Wir schreiben das Jahr 1987 oder nach dem Französischen Revolutionskalender auch CXCV–196CXCVI
195–196. Das Braunkehlchen war der Vogel des Jahres und zugleich wurde dieses Jahr zum Internationalen Jahr zur Beschaffung von Unterkünften für Obdachlose erklärt.
Die Umstände standen also mehr als günstig für meine Geburt. Am 13 Mai des genannten Jahres erblickte ich schließlich das Licht der Welt. Der 13. Mai ist nicht nur der Tag von dem aus nur noch 232 Tage zum Jahreswechsel verbleiben sondern zugleich auch der 133 Tag des Jahres. Des weiteren wurde an diesem Tag auch das US Model Carrie Prejan geboren. Es ist also mehr als bewiesen, dass der 13.Mai ein genauso gewöhnlicher Tag wie alle anderen ist.
Die ersten Jahre verbachte ich wie beinahe jedes Kind mehr oder weniger unbekümmert. Nach einigen Jahren fiel dann die Berliner Mauer, und in den Nachrichten wurde das mir vertraute Deutschland mit der Hauptstadt in Bonn plötzlich größer und zugleich war Berlin die neue Hauptstadt. Nach dem sich nun das Bild der mir bisher gekannten Welt so stark verändert hatte, verbrachte ich weitere Jahre. Nach und nach wurde ich älter, und meiner kindlichen Ansicht nach, zwangen mich meine Eltern jeden Tag ein scheußliches Gebäude zu betreten, in dessen inneren sich ein Internierungslager für Zwangsbeschulung befand. Gebrandmarkt von meinem Freiheitsentzug welcher wie ich später feststellte weniger von meinen Eltern ausging als viel mehr von staatlicher Seite verhängt wurde, quälte ich mich jeden Tag erneut in diese Institution. Tag für Tag war ich der Willkür einiger total Inkompetenter Lehrkräfte ausgesetzt und musste mich deren Irrlehren fügen. So entschieden die Lehrer bereits nach der 4. Klasse welches Schulsystem für mich am besten geeignet wäre. Natürlich hätte diese fatale Fehlentscheidung gravierenden Einfluss auf mein Leben nehmen können, wenn nicht alles anders gekommen wäre. Nach dem Abschluss meiner Schullaufbahn und einer neu erworbenen Verantwortung und Freiheit folgte meine Berufliche Ausbildung. Wäre es nach einer Inkompetenten und nichtsnutzigen Lehrkraft gegangen welche täglich im Mathematikunterricht versagte, hätte ich zu nichts als zum Steine klopfen auf dem Bau getaugt. Aber wie gesagt es kam alles anderes. Ich bekam ein Lehrstellen Angebot von einer Angesehenen Dreherei und plötzlich taten sich für mich wieder Perspektiven auf.
Noch bevor ich mit der Lehre Anfing bekam ich des Öfteren den Spruch „Lehrjahre sind keine Herrenjahre“ gesagt. Was dieses zu bedeuten hatte konnte ich zum damaligen Zeitpunkt kaum beurteilen.
Je mehr die Zeit desto später wird es, von diesem Spruch habe ich schon einmal gehört und nun war es auch an der Zeit meinen ersten Tag als Lehrling in besagten Unternehmen anzutreten. Nach bereits einigen Wochen des Feilens von Metallklötzen fiel mir wieder der Spruch „Lehrjahre sind keine Herrenjahre“ ein, und auch sein Sinn wurde mir mehr als klar. Als kleines Trostpflaster diente die 2 mal wöchentlich stattfindende Berufsschule, die im Gegensatz zu meiner bisher besuchten Schule über tatsächlich kompetente Lehrer verfügt hat. Nachdem ich das erste Lehrjahr abgeschlossen hatte, habe ich gemerkt wie sehr mich bereits ein Jahr in der Arbeitswelt veränderte.
Die Restlichen 3 Jahre liefen für mich ruhig und ich habe beinahe jeden Tag eine neue Lebenserfahrung gemacht. Nachdem ich meine Ausbildung abgeschlossen hatte, dachte ich ein weiteres mal an jene Lehrerin zurück in deren Augen ich zu nichts taugte. Nach meiner Erfolgreichen Abschlussprüfung verbrachte ich noch knapp 2 Jahre als Ausgebildete Fachkraft und durfte mich des Öfteren mit unfähigem Personal wie Praktikanten, Lehrlingen, oder anderen kurzweiligen Zeitgenossen rumärgern.
Leider entwickelte sich auch der deutsche Staat zu einem unangenehmen Zeitgenossen als mich ein Brief von unseren Völkischen Meinungsvertretern ereilte. Kurz die Regierung brauchte mich. Ich sollte für mein Land Kämpfen, es verteidigen gegen all seine Feinde von innen wie auch von außen, und sogar Blutend und schwer verwundet im dreckliegend für es sterben. Ein fürchterlicher Gedanke wie ich fand. Von den Musterungsbehörden als überaus tauglich befunden, sollte ich mich zum nächstmöglichen Zeitpunkt in einer Kaserne als Minentaucher einfinden. Jedoch schauderte mich der oben beschriebene Gedanke dermaßen das ich mich umgehend in einem Krankenhaus zum Zivildienst eingeschrieben habe.
Schon nach wenigen Wochen in meinem Ersatzdienst merkte ich, wie mein erster Gedanke mehr und mehr an Sympathie gewann. Es konnte nicht sein, habe ich mich etwa so geirrt? Sollte der Zivildienst nicht eine wesentlich bessere und vor allem bequemere Alternative zum Campieren in Wilden Wäldern sein? Sollte meine Arbeit nicht spannend und abwechslungsreich hier sein ? Leider war meine Arbeit Monoton und langweilig, und irgendwie auch mit der mir vorherprophezeiten Tätigkeit des Steine Klopfens zu vergleichen. Hatte meine Lehrerin damals etwa recht? Ende ich tatsächlich als jemand der die untersten und verantwortungslosesten Arbeiten zugeteilt bekommt, die man sich so vorstellen kann? Abfinden wollte ich mich mit diesem Gedanken natürlich nicht, und zog tapfer die 8 Monate durch. Eigentlich sollten es 9 sein, aber mit den simpelsten Mathematischsten Fähigkeiten errechnet man schnell wie man aus 24 Tagen Urlaub einen ganzen 31 tägigen Monat frei machen kann.
Nachdem ich so durch meine Zivizeit geholpert bin, kam der Tag für mich an dem ich wieder vor meiner Einschulung stand. Ich habe es tatsächlich geschafft mich an einer Berufsoberschule einzufinden. An dieser Berufsoberschule befinde ich mich Momentan immer noch und die mir vorhergesagte Steineklopferrei rückt von Tag zu Tag mehr ins lächerliche
Das ist meine Geschichte.

